Die häufigsten Laufbekleidungs-Fehler im Winter Pia Lübeck 01/2026

Materialkosten 2017

Mit der richtigen Bekleidung und dem ein oder anderen Accessoire ist das Laufen auch bei winterlichem Wetter kein Problem.

„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“ – Getreu diesem Motto hält uns auch bei winterlichen Temperaturen kaum etwas vom Laufen ab. Gerade die Wahl der richtigen Kleidung bietet jedoch einige Fehlerquellen.

Im Winter sind wir beim Laufen tendenziell mehr wechselnden Witterungsbedingungen ausgesetzt. Die Kleidung schützt uns nicht nur vor Nässe und Wind, sondern reguliert auch unsere Körpertemperatur. Gerade bei tiefen Temperaturen ist das essenziell, damit wir nicht auskühlen oder unter dicken Kleidungsschichten überhitzen. Aber auch Accessoires wie Handschuhe, Mütze und Schal können den Lauf erleichtern und uns vor dem ein oder anderen Schnupfen bewahren. Die richtige Kleidung bringt uns also nicht nur gesund durch den Winter, sondern steigert auch den Laufkomfort, trotz ungemütlicher Bedingungen.

1. Fehler: Zu warm angezogen

Einer der häufigsten Fehler beim Laufen im Winter ist zu warme Kleidung. Die tiefen Temperaturen verleiten dazu, mehrere dicke Schichten übereinander zu tragen – doch bereits nach wenigen Minuten in Bewegung produziert der Körper viel Wärme. Die Folge: starkes Schwitzen, feuchte Kleidung und ein unangenehmes Hitzegefühl. Spätestens wenn das Tempo sinkt oder der Lauf beendet ist, kühlt der Körper dann schnell aus, was das Erkältungsrisiko erhöhen kann.

Besser ist es, den Lauf bewusst leicht fröstelnd zu beginnen. Eine gute Orientierung bietet die Faustregel, sich so anzuziehen, als wäre es etwa 10 Grad wärmer als die tatsächliche Außentemperatur. Wer nach zehn bis fünfzehn Minuten angenehm warm ist, aber nicht schwitzt, hat die richtige Balance gefunden.

2. Fehler: Die falschen Materialien

Auch das Material spielt eine entscheidende Rolle beim Laufen im Winter. Ein häufiger Fehler ist der Griff zu Alltagskleidung oder Shirts aus Baumwolle. Zwar fühlt sich Baumwolle zunächst angenehm an, sie saugt jedoch Schweiß auf und gibt die Feuchtigkeit kaum wieder ab. Das Material bleibt nass, kühlt den Körper aus und kann gerade bei niedrigen Temperaturen schnell unangenehm oder sogar gefährlich werden.

Deutlich besser geeignet sind Funktionsmaterialien aus synthetischen Fasern oder Merinowolle. Diese leiten Feuchtigkeit effizient vom Körper weg, trocknen schnell und helfen dabei, die Körpertemperatur zu regulieren. Synthetische Stoffe sind besonders leicht und robust, während Merinowolle zusätzlich wärmt und auch in feuchtem Zustand angenehm auf der Haut bleibt. Wer im Winter auf die richtigen Materialien setzt, bleibt länger trocken, warm und komfortabel – selbst bei frostigen Bedingungen.

3. Fehler: Fehlende Accessoires

Oft liegt der Fokus auf Jacke und Hose – dabei werden Accessoires wie Mütze, Handschuhe oder ein Schlauchschal unterschätzt. Aber genau hier geht ein großer Teil der Körperwärme verloren. Besonders über Kopf, Hände und Hals kühlen wir schnell aus, was das Kälteempfinden deutlich verstärkt und den Lauf unnötig unangenehm macht.

Schon kleine Details können einen großen Unterschied machen: Laufhandschuhe schützen die Hände vor dem Auskühlen, ohne die Beweglichkeit einzuschränken. Eine leichte Mütze oder ein Stirnband hält Kopf und Ohren warm, während ein Schlauchtuch flexibel vor kaltem Wind schützt. Idealerweise sind alle Accessoires aus oben genannten Gründen auch aus Funktionsmaterialien.

4. Fehler: Nahezu unsichtbar

Im Winter sind viele Läufe zwangsläufig bei Dämmerung oder Dunkelheit – und genau hier wird Sichtbarkeit schnell zum Sicherheitsrisiko. Dunkle Kleidung, wenig Straßenbeleuchtung und schlechtes Wetter sorgen dafür, dass Läuferinnen und Läufer von anderen Verkehrsteilnehmern leicht übersehen werden.

Um diesem Fehler vorzubeugen, sind reflektierende Elemente an Kleidung und Schuhen besonders wichtig. Noch besser ist der Einsatz einer Leuchtweste, die aktiv sichtbar macht, statt nur Licht zu reflektieren. Eine Stirnlampe sorgt zusätzlich dafür, dass du selbst den Untergrund gut erkennen kannst und gleichzeitig von anderen frühzeitig wahrgenommen wirst. Wer im Winter läuft, sollte Sichtbarkeit genauso ernst nehmen wie Kälteschutz – denn nur wer gesehen wird, läuft sicher.

5. Fehler: Unpassendes Schuhwerk

Grundsätzlich kannst du deine Laufschuhe das ganze Jahr über tragen – ein spezieller „Winterschuh“ ist nicht immer notwendig. Problematisch wird es jedoch, wenn das Schuhwerk überhaupt nicht zu den Bedingungen passt. Bei Regen, Matsch oder nasskaltem Wetter sorgen durchnässte Schuhe schnell für kalte Füße und Blasen, was den Laufkomfort deutlich mindert.

Für nasse oder sehr kalte Tage eignen sich daher wasserdichte Modelle oder spezielle Winterlaufschuhe, die Feuchtigkeit besser abhalten und die Füße länger warmhalten.

Noch wichtiger wird die Schuhwahl bei Schnee und Glätte: Glatte Straßenlaufschuhe bieten hier kaum Halt und erhöhen das Sturzrisiko deutlich. In solchen Situationen sind Trailschuhe mit griffigem Profil die bessere Wahl, da sie mehr Stabilität und Traktion bieten. Wer sein Schuhwerk an Wetter und Untergrund anpasst, läuft auch im Winter sicherer und entspannter.

  Trailschuhe – Winterreifen für die Füße

So funktioniert der Zwiebellook

  • Die erste Schicht reguliert Feuchtigkeit: Die erste Schicht bildet bei tiefen Temperaturen der Baselayer. Hier ist alles im Fokus, was eng mit der Haut in Berührung ist. Diese Kleidungsstücke, sowohl Langarmshirts als auch Hosen, müssen aus Funktionsmaterialien bestehen. Sowohl Kunstfasern als auch Merinowolle sind geeignet. Baumwolle ist hier nicht zu empfehlen. Diese Schicht ist für optimale Thermoregulation und Feuchtigkeitsableitung wichtig.
  • Die Mittelschicht sorgt für Wärme: Bei tiefen Temperaturen kann die Baselayer-Schicht mit einem wärmenden Midlayer ergänzt werden. Je nach Materialstärke kann diese Schicht mehr oder weniger Wärme bieten. Typische Midlayer sind Longsleeves, Fleece-Oberteile oder leichte Westen, die Körperwärme speichern, ohne die Atmungsaktivität stark einzuschränken. Wichtig ist, dass auch diese Schicht Feuchtigkeit nach außen weiterleitet, damit sich kein Hitzestau bildet. Der Midlayer sollte weder zu eng noch zu weit sitzen, um optimal zu isolieren und gleichzeitig volle Bewegungsfreiheit beim Laufen zu ermöglichen.
  • Die Außenschicht schützt vor Witterung: Eine dritte Bekleidungsschicht kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Witterung besonders ungemütlich wird. Schnee, Regen und Wind können nur durch robuste Materialien abgehalten werden. Bei milden Temperaturen eignen sich leichte Regenjacken, um Nässe abzuhalten. Wird es frostiger draußen, kommen Softshelljacken oder Isolationsjacken zum Einsatz. Wichtig ist, dass sie unsere Bewegung nicht einschränken. Für einen warmen Oberkörper eignen sich auch Laufwesten optimal. Auch hier kann die Isolationswirkung abhängig von der Materialdicke gewählt werden. Um auch die Beine vor der Witterung zu schützen, können dickere beziehungsweise wasserdichte Hosen gewählt werden. Lockere, wasserdichte Hosen eignen sich über einer Tight, während isolierte Hosen die Kälte fernhalten.

Ein paar Favoriten für den Winter wären ...

Schuhe: Adidas Terrex Soulstride Flow GTX – als Allrounder kann der Adidas Terrex Soulstride Flow GTX so einiges, sodass der Schuh auch für längere Trainingsläufe geeignet ist.

Hose: Adidas adi365 Climawarm+ – diese Winter-Tight überzeugt durch ihr stretchiges und von innen sehr angenehm weiches Material und viel Reflexion für mehr Sichtbarkeit.

Baselayer: Aclima Warmwool Crewneck – das wärmende, dicke Longsleeve besteht aus zertifizierter Merinowolle und wird fair produziert.

Midlayer: Brooks Notch Thermal Longsleeve – dieses Longsleeve mit Rollkragen hält warm und bietet durch die hohe Luftdurchlässigkeit ausreichend Atmungsaktivität.

Jacke: Brooks Shield Hybrid Jacket – Diese etwas schwerere Winterjacke von Brooks ist ein funktionales Basic für niedrige Temperaturen.

Reflexion: Bookman reflektierende Weste – eine stylishe Alternative zur klassischen neongelben Laufweste. Incyclence-Reflektionssocken – diese Socken verschaffen dir durch ihre reflektierenden Elemente am Bund eine bessere Sichtbarkeit.

Mütze: CEP Cold Weather Beanie V3 – dieses Modell ist eine rundum gelungene Laufmütze, gerne auch für richtig kalte Tage.

Handschuhe: UYN Handschuhe Unisex Waterproof 115 – die UYN-Handschuhe sind bequem, vielseitig einsetzbar und vor allem wasserdicht.

Fazit

Winterliches Laufen scheitert selten an der Kälte – sondern meist an der falschen Kleidung. Wer typische Fehler wie zu warme Outfits, ungeeignete Materialien, fehlende Accessoires, mangelnde Sichtbarkeit oder unpassendes Schuhwerk vermeidet, schafft die besten Voraussetzungen für sicheres und angenehmes Training in der kalten Jahreszeit. Entscheidend ist nicht möglichst viel Kleidung, sondern die richtige Kombination aus Funktion, Schutz und Bewegungsfreiheit. Mit dem Zwiebellook, atmungsaktiven Materialien und einer bewussten Anpassung an Wetter und Untergrund bleibt der Körper im Gleichgewicht. So wird der Winter nicht zur Laufpause, sondern zu einer abwechslungsreichen und leistungsfördernden Trainingszeit.


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